Die Bürger haben entschieden. Das Projekt Neubau Hallenbad muss umgesetzt werden.

Die finanzielle Lage der Gemeinde hat sich durch die Corona Pandemie weiter verschlechtert. Worum geht es jetzt: Die Belastung für die Gemeinde muss so gering wie möglich gehalten werden.

Gleichzeitig muss der Mindestbedarf der Nutzer befriedigt werden. Ein Hallenbad ohne Akzeptanz bei den Nutzern ist nicht zielführend. Wichtig sind die vollständige Kostentransparenz, geringe finanzielle Risiken beim Bau und Betrieb, möglichst geringe Betriebskosten und eine klare und verbindliche Vereinbarung mit dem Trägerverein zum Betrieb des Hallenbades.

Um diese Ziele zu erreichen, sind wir aktiv geworden und haben für die kommende Sitzung der Gemeindevertretung zwei Anträge gestellt:

Antrag1: Neubau mit dem Konzept „2521 Simply Swimming“?

Aus Sicht der bisherigen Schwimmbadnutzer und der antragsstellenden Fraktionen muss das neue Bad so schnell wie möglich geplant und gebaut werden. Zum anderen erfordern die fehlenden Geldmittel der Gemeinde Hüttenberg eine kostengünstige Umsetzung des Bauvorhabens sowie einen späteren kosteneffizienten Betrieb mit einem möglichst geringen Defizit. Das Know-how zum Neubau ist in der Gemeindeverwaltung und bei den bisher beauftragten Planungsbüros nicht vorhanden. Das und die gewünschte kurze Umsetzungszeit können zu großen finanziellen Risiken beim Neubauprojekt führen. Um die genannten Risiken zu begrenzen und eine kurze Bauzeit zu ermöglichen sowie einen effizienten Badebetrieb mit einem möglichst geringen Kostendefizit für die Gemeinde zu ermöglichen, sollte auf vorhandene und bewährte Konzepte zurückgegriffen werden.

Stadtbad Rees

Foto: Slangen+Koenis Architecten

Das Stadtbad Rees wurde mit dem Konzept gebaut. Das Schwimmbecken ist 25 x 12,5 m groß und hat 5 Bahnen. Gerade noch links zu erkennen ist der Hubboden mit einer Größe von 9 x 12,5 m. Die Umkleiden sind aus energieeffizienten Gründen in die Schwimmhalle integriert.

Das Konzept „2521 Simply Swimming“ aus den Niederlanden stellt ein solches Konzept dar. Daher haben wir als FWG einen Beschlussantrag an die Gemeindevertretung gestellt. Das Konzept soll als mögliche Umsetzungsvariante für ein neues Hallenbad vom Gemeindevorstand und den beauftragten Ausschüssen beschlussfähig ausgearbeitet werden.

Die Stadt Rees hat nach diesem Konzept bereits ein Hallenbad errichtet. Die Stadt Anklam ist aktuell dabei. Weitere Bäder sind mehrfach in den Nachbarländern gebaut worden.
Das Konzept bietet in der Standardvariante ein 25m mal 21m Becken mit 8 Bahnen (daher auch der Name „2521“), wobei 3 Bahnen über einen Hubboden verfügen. Eine optionale Hubwand und zwei unterschiedliche Wassertemperaturzonen im Becken lassen eine moderne, vielfältige und parallele Nutzung zu. Der essentielle Bedarf der Badnutzer ist damit abgedeckt. Gleichzeitig ist das Bad auf einen kostengünstigen und energieeffizienten Betrieb optimiert.
Die Risiken der Umsetzung des Hallenbadneubauprojektes werden durch eine vorhandene Bauplanung, Fertigteile und bereits umgesetzte Bauvorhaben minimiert. Gebaut wird, um Kosten zu sparen, eine Schwimmhalle mit einem Becken ohne Keller und mit Fertigbauteilen. Die Beckenwanne und die Technik befinden sich ebenerdig, dies erleichtert den Zugang und vereinfacht die Wartung. Der Badebetrieb findet eine Etage höher statt. Die Umsetzung erfolgt zu vereinbarten Preisen. Die Bauzeit soll weniger als ein Jahr betragen. Das Baukastenprinzip ermöglicht es, das Bad an die gewünschte Größe und Ausstattung anzupassen.

Das neue Stadtbad Rees am Eröffnungstag.
Nordmagazin: Anklam baut neue Schwimmhalle nach "Simply Swimming"-Konzept
Anklam baut neue Schwimmhalle nach „Simply Swimming“-Konzept
20.01.2021 ∙ Nordmagazin ∙ NDR Mecklenburg-Vorpommern

Antrag1: Wer soll Bauherr und Träger des neuen Bades sein?

Die Kommune ist durch viele rechtliche Vorschriften, wie z.B. der europaweiten Ausschreibung, in ihrer Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt, was wiederum Kosten verursacht.
Weiterhin ist zu beachten, dass die Gemeinde Hüttenberg als Bauherr nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Zusätzliche Kosten für die Mehrwertsteuer fallen an.

In den Städten Münster und Dieburg wurde ein anderer Weg zur Finanzierung eines Hallenbadneubaus eingeschlagen. Die Trägerschaft für den angestrebten Neubau und den Betrieb des Hallenbades wurde an die nutzenden Vereine übergeben. Die Städte leisten eine finanzielle Unterstützung
Dieses Vorgehen eröffnet beim Bau des neuen Hallenbades größere Handlungsspielräume bei der Beauftragung des Baues. Damit ist es möglich zu wesentlich geringeren Kosten zu bauen.

Mit der Trägerschaft des neuen Bades bei einem nutzenden Verein würde auch gleichzeitig der Betrieb des Bades eindeutig geregelt.
Zusammenfassend ist festzuhalten: Der Bau und Betrieb des neuen Bades durch den Trägerverein kann mit vielen Vorteilen für alle Beteiligten verbunden sein. Daher fordert die FWG, dass die Alternative Bau und Betrieb des neuen Hallenbades durch den Trägerverein auf jeden Fall geprüft werden muss.